Geschichte

Kurzinformation über den Schweizerverien Helvetia Augsburg und seine Geschichte
 
Vor über 150 Jahren (anno 1861) haben sich Schweizer in Augsburg zusammengeschlossen unter dem Namen ‚Schweizer Unterstützungsverein Helvetia Augsburg‘, um Schweizer Tradition in und um Augsburg zu pflegen und in Not geratenen Landsleuten zu helfen. Der heutige Name ist ‚Schweizer Verein Helvetia Augsburg 1861‘.
 
Die Mitglieder stammten ausschließlich aus der deutschsprachigen Schweiz und waren anfangs zum größten Teil als Facharbeiter in der Textilindustrie tätig, aber auch im Maschinenbau.
Zu den Mitgliedern gehörten aber nicht nur Arbeiter, sondern nach einigen Jahren vereinzelt auch aus der Schweiz stammenden Führungskräfte.
 
Die enge Bindung an die Schweiz war auch dadurch gegeben, dass der Verein, wie alle Schweizer Auslandsvereine vom Schweizer Auswärtigen Amt betreut wurden, mit Informationen aus der Heimat und mit Geldzuwendungen für verarmte wandernde Gesellen und Arbeiter unterstützt wurden. Dafür mussten sie ihre Jahresberichte nach Bern senden. Der Verein hat drei Kriege überstanden, wobei die Kriege 1870/1871 und 1914/18 in Bayern nur Not und Armut brachten, während der letzte Weltkrieg Augsburg selbst in Schutt und Asche legte.
 
Besonders schwierig wurde die Lage während des III. Reiches. Auf Bitten des Vereins wandte sich das Schweizer Konsulat an die Augsburger Polizei, um gegen die Überwachung des Vereins und seiner Mitglieder durch die Polizei zu protestieren. Bei den Vereinsversammlungen wurde aus Schweizer Mitteilungsblättern und Zeitschriften über die politische Lage in Europa vorgelesen, ohne die Nachrichten jedoch zu kommentieren. Zahlreiche Schweizer verließen in dieser zeit Augsburg und immer wieder vermerkt das Versammlungsprotokoll ‚in die Schweiz abgereist‘. Die Dagebliebenen—über ihre Motive steht nichts in den Protokollen, aber zumeist hattebn sie längst keinen Kontakt mehr zu ihren Schweizer Verwandten—mussten genauso unter den Bombenangriffen der Kriegsjahre leiden wie die Einheimischen.
 
Nach der Befreiung ihrer Wohnorte erhielten die Schweizer Schutzbriefe vom Konsulat, um sie gegen Maßnahmen der Besatzungsmacht abzusichern.
Nach kriegsende kamen aus der Schweiz Hilfssendungen für die Not leidenden Landsleute, die nun über die Schweizervereine verteilt wurden. Dadurch stieg die Mitgliederzahl stark an.
Durch die Beziehungen des damaligen Architekten Herrn Schmidt, der Schweizer und Mitglied unseres Vereins war und bei der Stadt Augsburg beschäftigt war, konnten wir unser 100-jähriges Bestehen im Jahre 1961 im Schaezler-Palais feiern. Bürgermeister Dr. Weigele schickte die Grüße der Stadt Augsburg. Damals hatte der Verein noch 150 Mitglieder.
 
Mit dem wachsenden Wohlstand und zunehmender Mobilität der Bevölkerung sank die Mitgliederzahl wieder. Der Kontakt zur Schweiz konnte nun leicht gehalten werden und niemand brauchte mehr Unterstützung vom Verein für einen notwendigen Besuch in der Heimat.
 
Das 125-jährige Jubiläum wurde im Hotel Post gefeiert, aber nur noch mit ca. 60 Mitglieder. Im Vereinsleben ging es bergauf und bergab, in einer schwierigen Zeit hatten wir nur noch 12 Mitglieder und der Verein stand kurz vor der Auflösung.
 
Heutige Themen sind vor allem Informationen für die Auslandsschweizer zum aktuellen Geschehen in der Schweiz. Gelegenheit sich im heimatlichen Dialekt zu unterhalten und gesellige Aktivitäten. Zur Zeit sind wir ca. 50 Mitglieder.
 
Angeboten werden alle zwei Monate ein Stammtisch und ca. 10 Veranstaltungen pro Jahr, von denen ein Teil im Algovenhaus stattfindet. Als Höhepunkt gelten die Feier zum 1. August (Schweizer Nationalfeiertag) und da straditionelle Fondue.
 
Zudem ist der Verein Mitglied der Schweizer Vereine in Deutschland und der Auslandsschweizer-Organisation.
 
Der Schweizer Verein Helvetia Augsburg bekennt sich zum Grundprinzip der religiösen, politischen und wirtschaftlichen Neutralität und will folgendes bezwecken:
 
  • Die Förderung der Beziehungen der Auslandschweizer unter sich und zur Heimat, z.B. durch Veranstaltungen, Zusammenkünfte usw.
  • Die Betreuung seiner Mitglieder und die Pflege der Schweizer Kultur
  • Die Förderung der Verbindungen zur BRD in freundschaftlichem Sinne und Kontakte zu Kreisen, die der Schweiz verbunden sind
Leider wurden im Krieg viele Unterlagen vernichtet und sind für eine Chronik nicht mehr greifbar.